Baufinanzierung richtig planen

In 6 Schritten zur maßgeschnei­derten Bau­finan­zierung

Eine Baufinanzierung ist oftmals die größte Investition, die wir in unserem Leben vornehmen. Bei der Planung der eigenen Immobilie sind eine Vielzahl an Faktoren zu beachten, damit das Unterfangen von Erfolg gekrönt ist. Mit einer soliden Finanzplanung ermitteln Sie Ihr Budget für den Immobilienkauf.

1. Was sind die 6 Schritte zur Baufinanzierung?
2. Welche Immobilie kann ich mir leisten?
3. Welche Immobilie kann ich mir laut Bank leisten?
4. Wie ist eine Baufinanzierung aufgebaut?
5. Welche Nebenkosten und Nebentätigkeiten muss ich bei der Finanzplanung berücksichtigen?
6. Welche Förderungen kann ich für meine Baufinanzierung nutzen?

1. Was sind die 6 Schritte zur Baufinanzierung?

Wenn Sie die Entscheidung für ein Eigenheim treffen, stehen Sie am Anfang eines gewaltigen Projekts. Mit unserem 6-Schritte-Plan gehen Sie effizient an die Umsetzung.

Schritt 1: Lassen Sie Ihren persönlichen Finanzierungsrahmen ermitteln.

Schritt 2: Finden Sie Ihr Traumobjekt.

Schritt 3: Stellen Sie die notwendigen Antragsunterlagen zusammen, wir erstellen eine Bankenausschreibung für Sie.

Schritt 4: Vergleichen sie die Finanzierungsangebote, klären die Vertragsdetails und entscheiden Sich dann für Ihre optimale Finanzierung.

Schritt 5: Erhalten Sie die Bankzusage und unterschreiben Sie den Vertrag.

Schritt 6: Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags und Bestellung der Grundschuld.

2. Welche Immobilie kann ich mir leisten? 

Mit der Planung eines Bauvorhabens sollten Sie früh beginnen. Langfristige Sparmaßnahmen und ein vorsorglicher Vermögensaufbau erhöhen Ihr Eigenkapital und reduzieren Ihre Finanzierungskosten. Achten Sie auf das sichere Anlegen und die kurzfristige Verfügbarkeit Ihres Eigenkapitals. Wer sich frühzeitig kümmert, erhöht die Chancen auf seine Traumimmobilie.

Um herauszufinden, was Sie sich bei der Immobilienfinanzierung leisten können, beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie hoch ist mein Eigenanteil?
  • Wie viel Geld kann ich im Monat zurückzahlen?
  • Habe ich Rücklagen, die im Notfall als Finanzpuffer dienen?

Führen Sie eine Haushaltsrechnung durch, um die Finanzierungskosten zu ermitteln.

Wie erstelle ich eine Haushaltsrechnung?

Im ersten Schritt errechnen Sie Ihr Nettohaushaltseinkommen. Das sind alle Einkünfte Ihres Haushaltes nach Abzug von Steuer- und Sozialabgaben: Nettoeinkommen aus der Haupttätigkeit, feste Nebentätigkeiten, vorhersehbare Kapitalerträge, Mieteinnahmen, staatliche Leistungen und Unterhaltszahlungen. Erfassen Sie im zweiten Schritt alle monatlichen Ausgaben. Vergessen Sie jährliche oder vierteljährliche Einmalzahlungen nicht in Ihrer Berechnung. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für Kleidung, Freizeit oder Versicherung.

Checkliste Ausgaben:

  • Wohnen (Strom, Wasser, Heizung)

  • Lebensunterhalt (Lebensmittel, Haushaltsmittel, Kleidung, Kosmetik)

  • Kind (Schul- oder Kita-Gebühren, Kinderbetreuung, Taschengeld, Unterhaltszahlungen)

  • Telekommunikation (Internet, Telefon, Smartphone, Rundfunkbeitrag)

  • Medikamente und Arztkosten

  • Verkehrsmittel

  • Sparverträge und Geldanlagen

  • Versicherungen und laufende Kredite

  • Freizeitaktivitäten und Urlaub

  • Bildung und Kultur

  • Spenden

Mit Hilfe dieser Haushaltsrechnung ist es einfach, die mögliche Monatsrate sowie die Darlehenshöhe selbst herauszufinden und die Frage „Immobilienfinanzierung – was kann ich mir leisten?“ zu beantworten.

Außerdem ist es entscheidend, ob Sie einen Neubau planen, eine Immobilie sanieren oder eine Wohnung renovieren.

3. Welche Immobilie kann ich mir laut Bank leisten? 

Einen Kredit vergibt die Bank für:

  • einen Grundstücks- und Immobilienkauf
  • einen Neubau
  • eine Sanierung oder Renovierung des Eigenheims
  • eine Um- und Anschlussfinanzierung

Jede Bank prüft vor der Kreditvergabe, ob ihr Verhandlungspartner die Kreditraten bedienen kann. Dabei setzt das Geldinstitut bei den Ausgaben oft eine 35-Prozent-Haushaltspauschale an. Das ist äußerst großzügig kalkuliert, damit das Finanzierungsrisiko der Bank begrenzt bleibt.

Ist es möglich, ein Haus ohne Eigenkapital zu finanzieren?

Ja. Bei der Vollfinanzierung sind die Konditionen jedoch ungünstig. Daher empfehlen wir, eine Summe anzusparen, sodass Sie mit mindestens 10 Prozent Eigenkapital in die Verhandlungen gehen.

Schon gewusst?

Neben der Vollfinanzierung bieten Banken sogar eine 110%-Finanzierung an. In diesem Fall übernimmt der Kreditgeber zusätzlich die Kaufneben­kosten.

4. Wie ist eine Baufinanzierung aufgebaut? 

Die Baufinanzierung besteht in der Regel aus 3 Pfeilern:

  • Eigenkapital oder Eigenleistung
  • Fremdkapital
  • Förderungen

Die eigenen Mittel (Eigenkapital) sowie die persönliche Arbeitsleistung bilden einen Pfeiler für die Baufinanzierung. Letzteres bezeichnen Experten scherzhaft als Muskelhypothek. Dazu zählen jegliche Bauarbeiten, die der Bauherr, seine Verwandten, Freunde oder Nachbarn unentgeltlich erbringen.

Finanzierungsbeispiel

Ein Einfamilienhaus in Dresden ist für 350.000 € annonciert. Familie Keller bringt einen höheren Anteil an Eigenkapital mit. Unter Berücksichtigung eines KfW-Darlehens und der Sondertilgungen beträgt der Darlehensbetrag ihrer Hausbank 200.000 Euro.

Sie vereinbaren eine Zinsbindung von 20 Jahren. Ihre Tilgungsrate liegt bei 2 % und der effektive Jahreszins bei 1,37 %. Familie Keller zahlt eine monatliche Rate von 561,33 €.

Schnell und einfach die aktuellen Konditionen berechnen und einen ersten Eindruck über Ihre Finanzierungs­möglichkeiten erhalten? Nutzen Sie unseren Baufinanzierungsrechner.

5. Welche Nebenkosten und Nebentätigkeiten muss ich bei der Finanzplanung berücksichtigen? 

Der Preis für einen Neubau klingt oftmals verlockend. Häufig sind die Baunebenkosten nicht enthalten. Zu ihnen zählen einmalige Kosten wie Grunderwerbssteuer oder der Eintrag ins Grundbuch. Berücksichtigen Sie außerdem laufende Nebenkosten wie die Grundsteuer in Ihren Überlegungen.

Makler, Grundbucheintrag, Notarkosten, Grunderwerbssteuer
Altbau-Abriss, Baugenehmigung und -vertragsprüfung, Prüfstatik, Vermessung, Bodengutachten oder Baugrundgutachten, Baustraße, Bauwasser und -strom, Baumfällung, Aushub für Keller- oder Bodenplatte, Abfuhr von abgetragenem Erdreich, Erschließungskosten, Hausanschlüsse
diverse Bauversicherungen, Projektleitung, Architekt, Baubegleitung und -gutachten
Außenanlagen, Innenausbau

6. Welche Förderungen kann ich für meine Baufinanzierung nutzen? 

Wenn Sie einen Neubau oder Kauf einer bestehenden Immobilie planen, haben Sie die Möglichkeit, Förderungen zu erhalten. Neben der Riester-Rente ist eine Unterstützung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine der bekanntesten Optionen. Die KfW fördert im Auftrag von Bund und Ländern Vorhaben, die die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen verbessern. Sie vergibt Kredite an Unternehmen und Privatpersonen. Neben der KfW-Förderung für den Kauf oder Bau eines Eigenheims, teilt die KfW Zuschüsse für Familien mit Kindern aus. Außerdem greift die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude bei Bau oder Sanierung.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Wohnriester
  • Bausparförderung mit AN-Sparzulage
  • Wohnungsbauprämie

Sie möchten mehr über das KfW-Darlehen und andere Fördermöglichkeiten erfahren? 

Wissenswertes
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